Jusletter 6. Februar 2006


Liebe Leserinnen und Leser

Die Medien haben einen grossen Einfluss auf die politische Agenda. Die Diskussion um die Feinstaub-Belastung und die kurzfristig getroffenen Massnahmen einzelner Kantone (Tempo 80, Cheminée-Verbot) sind ein aktuelles Beispiel. Lorenz Engi wirft die Frage auf, ob die Medien sozusagen als «Vierte Gewalt» in die Verfassungsordnung zu integrieren und den Erfordernissen demokratischer Legitimation zu unterwerfen wären.
 
«Das Urheberrecht verleiht Monopolansprüche. Das Innehaben einer Monopolstellung birgt indessen immer das Risiko ihrer missbräuchlichen Ausnutzung. Deshalb stellt sich die Frage nach der Ausgestaltung der internen und externen Schranken des Urheberrechts. Intern steht die Eigengebrauchsregelung im Vordergrund.» Zu externen Ausgleichsmechanismen stellt Prof. Rolf H. Weber 4 Thesen zur Diskussion.
 
Art. 27bis StGB gewährt Journalisten unter gewissen Bedingungen ein Zeugnisverweigerungsrecht. Am 23. Januar 2006 stellte das Zürcher Obergericht fest, dass ein Redaktor der «NZZ am Sonntag» drei anonyme Quellen aufdecken muss. Diese hatten den ehemaligen Chefarzt Marko Turina beschuldigt, 2004 vorsätzlich den Tod der Herzpatientin Rosmarie Voser verursacht zu haben. Dr. iur. Peter Studer, der bereits den Entscheid der Vorinstanz besprochen hat, kommentiert den Entscheid.

«Wenn ein Grundpfandrecht im Grundbuch gelöscht wird, wird im gleichen Umfang eine leere Pfandstelle eingetragen, sofern kein Nachrückungsrecht zu Gunsten des nachfolgenden Gläubigers vereinbart wurde.» Dr. iur. Roland Pfäffli widmet sich dem Nachrückungsrecht des Grundpfandgläubigers als solchem sowie der Frage nach dem Sinn dieses Rechts.

Ein Hinweis in eigener Sache: Mit grosser Freude darf ich Ihnen bekannt geben, dass wir Herrn Dr. iur. Christoph Brunner, Rechtsanwalt, LL.M. (Berkeley), als Leiter für das neue Jusletter-Ressort «Nationales und internationales Kaufrecht sowie internationale Handelsverträge» gewinnen konnten. Dr. Brunner ist Konsulent der Kanzlei Python Schifferli Peter, Genf/Bern, und Lehrbeauftragter an der Universität Bern. Er ist schwerpunktmässig im Bereich internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit sowie im Vertrags- und Gesellschaftsrecht tätig. Zu seinen Publikationen gehört ein auf grosses Interesse gestossener Kommentar zum Wiener Kaufrecht (UN-Kaufrecht - CISG, Kommentar zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf von 1980, unter Berücksichtigung der Schnittstellen zum internen Schweizer Recht, Bern 2004). Impressum.

Mit besten Grüssen


Nils Güggi

Leiter Jusletter


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    2. Berner Asylsymposium
    Die Schweiz und die Entstehung eines gemeinsamen Europäischen Asylsystems
    28. Februar + 1. März 2006, Rathaus Bern
    Schengen/Dublin wirft Fragen über die Folgen des Europäischen Harmonisierungsprozesses für die Schweiz auf. Fachleute aus Bundesverwaltung, int. und nat. Organisationen und der EU-Kommission gehen in ihren Referaten auf diese Aspekte ein. In Arbeitsgruppen werden das Dublin-Abkommen, die Qualifikations- und Asylverfahrensrichtlinie sowie die EU-Asylpolitik näher beleuchtet.
    Ist eine weitere Asylgesetzrevision unabwendbar?
    Das Symposium richtet sich an alle am Asylwesen interessierten Personen.
    Programm + Anmeldung (bis 20. Februar 2006): www.osar.ch/events


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    IRIS2006 & KnowRight06
    16.-18.2.2006, Juridicum, Universität Wien
    Größte Rechtsinformatik-Konferenz in Mitteleuropa & Conference on Knowledge Rights - Legal, Societal and Related Technological Aspects.



     Wissenschaftliche Beiträge

    Externe Beschränkungen des Urheberrechts

    Das Urheberrecht verleiht Monopolansprüche. Das Innehaben einer Monopolstellung birgt indessen immer das Risiko ihrer missbräuchlichen Ausnutzung. Deshalb stellt sich die Frage nach der Ausgestaltung der internen und externen Schranken des Urheberrechts. Intern steht die Eigengebrauchsregelung im Vordergrund. Über mögliche externe Ausgleichsmechanismen (z.B. Kartellrecht, Grundrechte, allgemeines Zivilrecht, Verbraucherschutz, Medienrecht) herrscht indessen noch wenig Klarheit. In Thesenform mit Erläuterungen sollen nachfolgend deshalb die Problembereiche für die weitere Diskussion skizziert werden; nach vier Prämissen folgen eine Darstellung verfügbarer Ausgleichsmechanismen und ein wertender Ausblick.

    Prof. Rolf H. Weber


    Die Medien als Vierte Gewalt?

    Die Medien haben einen grossen Einfluss auf die Verfahren der Rechtserzeugung und Rechtsanwendung erlangt. Das wirft die Frage auf, ob sie im Sinne einer «Vierten Gewalt» in die Verfassungsordnung zu integrieren und den Erfordernissen demokratischer Legitimation zu unterwerfen sind. Dagegen spricht, dass die Medien prinzipiell dem gesellschaftlichen und nicht dem staatlichen Bereich zuzuordnen sind. Entsprechende grundsätzliche Überlegungen sind auf aktuelle Entwicklungen im schweizerischen Medienrecht zu beziehen.

    Lorenz Engi


     Kurzbeiträge

    Ist das Nachrückungsrecht des Grundpfandgläubigers noch zeitgemäss?

    Wenn ein Grundpfandrecht im Grundbuch gelöscht wird, wird im gleichen Umfang eine leere Pfandstelle eingetragen, sofern kein Nachrückungsrecht zu Gunsten des nachfolgenden Gläubigers vereinbart wurde. Im vorliegenden Beitrag wird untersucht, ob die Vereinbarung eines solchen Nachrückungsrechts heute noch zeitgemäss ist.

    Dr. iur. Roland Pfäffli


    Zeugnisverweigerungsrecht für Journalisten, Art. 27 bis StGB - Fortsetzung

    Die Zivilkammer des Zürcher Obergerichts hebt den Entscheid der Anklagekammer zugunsten eines Journalisten der «NZZ am Sonntag» auf und stellt Pflicht zur Aufdeckung der Quellen fest.

    Dr. iur. Peter Studer



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     Korrespondenten Bundesgericht

    Auch falsche Anschuldigung?

    Das Zürcher Obergericht muss im Falle eines Mannes über die Bücher, der im Oktober 2002 auf einem Autohandelsplatz an der Brandstrasse in Schlieren im Verlaufe einer tätlichen Auseinandersetzung eine Drittperson verletzt und sich gegenüber der Polizei zunächst als sein Bruder ausgegeben hatte.

    Markus Felber


    Bundesgericht beendet Disput um Eröffnung der Rodungsbewilligung

    Das Bundesgericht hat die Verwaltungsgerichtsbeschwerde dreier Eigentümer aus dem von der geplanten Rodung für die Zollfreistrasse zwischen Lörrach und Weil am Rhein betroffenen Gebiet abgewiesen. Diese hatten vergeblich beanstandet, dass ihnen die Verlängerung der Rodungsbewilligung bis zum 30. Juni 2006 nicht förmlich eröffnet worden war.

    Markus Felber


    Zulässige Massenkündigung

    Die vom Verein Pro Life per 1. Juli 2003 stellvertretend für seine 29´000 Mitglieder ausgesprochene Kündigung der obligatorischen Krankenpflege- und Taggeldversicherung bei der Panorama (früher Personalkrankenkasse Zürich) ist laut einem Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) gültig.

    Markus Felber


    Rechtsstreit um eine Antenne in Thalwil

    Der von der Mobilfunkanbieterin Orange Communications SA auf dem Dach der Liegenschaft Wohn- und Gewerbehaus Böhnihus in Thalwil geplanten Mobilfunkantenne steht zivilrechtlich nichts mehr im Weg.

    Markus Felber


    Abgelehnte Einbürgerung

    Das Bundesgericht hat die Ablehnung des Einbürgerungsgesuchs eines Ehepaars und von dessen drei minderjährigen Kindern durch die Gemeindeversammlung von Mellingen für verfassungsmässig erklärt und eine staatsrechtliche Beschwerde der Betroffenen abgewiesen.

    Markus Felber


    Feinmassagen in Büroräumen

    Ein Vermieter muss es nicht hinnehmen, wenn der Mieter in den ihm gemäss Vertrag als Büro überlassenen Räumen einen Massagesalon betreibt.

    Markus Felber


    Entlassung nach 44 Jahren im Betrieb

    Das Bundesgericht hat die Berufung eines Heizungsmonteurs gutgeheissen, der sein gesamtes Arbeitsleben weitgehend klaglos für den gleichen Patron gearbeitet hat und wenige Monate vor der Pensionierung entlassen sowie mit sofortiger Wirkung freigestellt wurde.

    Markus Felber


     Pressemitteilungen

    Gleichwertigkeit von Lizentiat / Diplom und Master

    Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) hat ihre Bologna-Richtlinien durch eine Übergangsbestimmung zur Gleichwertigkeit von Lizentiat / Diplom und Masterabschluss ergänzt. Um die Absolventinnen und Absolventen der «alten» Lizentiats- und Diplomstudiengänge durch die Bologna-Reform nicht zu diskriminieren, wurde die Gleichwertigkeit dieser Abschlüsse mit dem «neuen» Mastertitel offiziell festgehalten. So sind z.B. Inhaberinnen und Inhaber eines Lizentiats oder Diploms befugt, alternativ den Mastertitel zu tragen.

    Jurius


    Änderungen im Adoptionswesen haben sich bewährt

    Die mit der Ratifikation des Haager Adoptionsübereinkommens erfolgten Änderungen im schweizerischen Adoptionswesen haben sich bewährt. Diesen Schluss zieht der Bundesrat in einem am 1. Februar veröffentlichten Bericht.

    Jurius


    Bundesrat will keine Formel-1-Rennen in der Schweiz

    Der Bundesrat will das seit 1955 bestehende Verbot für Rundstreckenrennen nicht aufheben. Er lehnt eine parlamentarische Initiative zur Wiederzulassung von Formel-1-Rennen in der Schweiz ab.

    Jurius


    Jahresbewilligung für die USA zur Benützung des schweizerischen Luftraums

    Der Bundesrat wurde an seiner Sitzung von UVEK und EDA am 1. Februar darüber informiert, dass die Jahresbewilligung für die USA zur Benützung des schweizerischen Luftraums bis zum 31. Dezember 2006 erteilt worden ist. Diese Bewilligung nimmt explizit Bezug auf die Einhaltung des Völkerrechts.

    Jurius


    Feinschliff am System der Richterlöhne

    Der Bundesrat will ein in sich stimmiges Lohnsystem am Bundesverwaltungsgericht gewährleisten. Auf Ersuchen der Gerichtskommission hat er am 1. Februar zuhanden des Parlaments eine entsprechende Änderung der Richterverordnung verabschiedet.

    Jurius


    Bundesrat verabschiedet Botschaft zur Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht

    In der Schweiz soll die staatliche Aufsicht über Banken, Versicherungsunternehmen und weitere Finanzintermediäre in der «Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA)» zusammengefasst werden.

    Jurius


    Vernehmlassung zu Verfassungsbestimmung und Gesetz über die Forschung am Menschen eröffnet

    Der Bundesrat hat die Vernehmlassung zu einer Verfassungsbestimmung und einem Bundesgesetz über die Forschung am Menschen eröffnet. Das neue Gesetz regelt die Forschung am Menschen im Gesundheitsbereich.

    Jurius


    Sekretariat der Weko eröffnet Vorabklärung gegen Schweizerischen Reisebüro-Verband

    Dem Sekretariat der Wettbewerbskommission liegen Anhaltspunkte vor, dass der Schweizerische Reisebüro-Verband seinen Mitgliedern Empfehlungen zur Handhabung der Kreditkarten-Kommissionen abgeben hat. Vergleichbare Empfehlungen ergingen ebenfalls von zwei weiteren Verbänden.

    Jurius


     Gesetzgebung

    Verzeichnis der auf den Februar 2006 in Kraft getretenen Erlasse des Bundes

    Die vorliegende Zusammenstellung beinhaltet alle schweizerischen Bundesgesetze, Bundesbeschlüsse, Bundesrats- und Departementsverordnungen sowie einzelne Artikel, die im Februar 2006 in Kraft treten. Die einzelnen Erlasse und Änderungen können via Links direkt abgerufen werden.

    Jurius



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    Veranstaltet von:
    Verein Schweizer Familienrecht§Tage und Juristische Fakultät der Universität Basel
    Themen:
  • Die Europäisierung des Familienrechts
  • Fragen des Kindeswohls in Sorge- und Umgangsrechtsfragen aus kinder- und jugendpsychiatrischer und psychotherapeutischer Sicht
  • Aktuelle Fragen des nachehelichen Unterhalts
  • sowie div. Arbeitskreise zu aktuellen familienrechtlichen Themen
  • Details zum Programm/Kosten sowie weitere Infos erhalten Sie unter www.fampra.ch oder bei Anita Powell-Oser, Sekretariat Prof. Dr. Schwenzer, Juristische Fakultät, Universität Basel, Maiengasse 51, 4056 Basel,
    Telefon 061 267 25 35, Fax 061 267 25 75, E-Mail anita.powell@unibas.ch


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    Staatsanwältin / Staatsanwalt des Bundes; Schweiz. Bundesanwaltschaft; Bern
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    juristischer Sekretär (m/w, 80%); Verwaltungsgericht des Kantons Zürich; Zürich
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     Vorschau

    Jusletter 13. Februar 2006
    • Arnold F. Rusch, Methoden und Ziele der Rechtsvergleichung
    • Agnes Leu, Aktivieren statt Vorsorgen
    • Marcel Niggli, Aufruf zum Kebap Boykott als strafbare Rassendiskriminierung i.S.v. Art. 261bis StGB?

    Hinweis: Die Vorschau weist jeweils auf einige in der nächsten Ausgabe erscheinende Beiträge hin. Änderungen bleiben vorbehalten.

    Liste der Schwerpunkt-Ausgaben
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